DIENSTAG

DER K√úNSTLER IST ANWESEND

Der anwesende Künstler heißt Lars Thorsten Eric Mozer. Oder auch nicht. Liebes Publikum, bitte übernehmen Sie!

Jeder Mensch ist ein Künstler - sagte Beuys. Aber nur der Künstler macht Kunst. Und was Kunst ist, entscheidet der Künstler. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wer entscheidet, wer ein Künstler ist? Dafür gibt es die Kunstexperten. Ich wurde an der Universität für angewandte Kunst als „Magister of applied Arts“ von Kunstexperten ausgebildet. Das macht mich zum staatlich geprüften Künstler. 

Was mich vom Nicht-Künstler unterscheidet, weiß ich nicht. Was unterscheidet Kunstwerke von anderen Dingen? Von mir aus kann jeder Künstler sein. In meinem Namen kann jeder zum Künstler werden. Meine Identität haben Sie. Alles, was produziert wird, wird ausgestellt. Es bleibt alles da, es ist alles Kunst. Die Arbeitsteilung entsteht so: Ich biete meine Fratze – das Publikum macht.

WIDERSTAND GEGEN DEN WIDERSTAND

In den meisten Städten prägen bunte Wandbemalungen das Äußere der sonst sehr grauen Wohnblocks. Trotzdem hält sich die Akzeptanz dieser Kunstform immer noch in Grenzen. Das Thema Graffiti wird seit jeher sehr kontrovers diskutiert. Szeneintern wird ein Graffiti meist völlig anders wahrgenommen als von Außenstehenden. Teile der Graffiti-szene zelebrieren ihr Unrechtsbewusstsein auch absichtlich und verstärken damit die Ablehnung der Öffentlichkeit. Die Mehrheit der Bevölkerung empfindet Graffiti als Verunstaltung und Vandalismus. 

Die betroffenen Gemeinden und Kommunen sind selber dafür verantwortlich, die Graffiti zu entfernen. Sie investieren meist viel Geld um ein sauberes und ordentliches Stadtbild zu erhalten. Doch um Kosten zu sparen werden die Graffito oft einfach übermalt. Der Versuch, die vormals unbefleckten Gemäuer wieder in ihre Ursprungsform zu bringen, missglückt so meist völlig. Leicht abweichende oder schlicht falsche Farbtöne, die nicht zur Untergrundfarbe passen, führen zu einem „Patchwork-Effekt“ auf der übermalten Oberfläche. So entsteht eine neue Ästhetik, die das Stadtbild erneut verändert. Aus dem Gegenspiel von Street Artist und Anstreicher entsteht so ungewollt eine neue Kunstform: eine Sammlung aus Spuren der Veränderung einer lebendigen Stadt. So entwickelt sich das Stadtbild im Laufe der Zeit immer weiter, dem Versuch, es statisch zu erhalten zum Trotz.

THEY MOVE

Das neue Album der Wiener-Weltmukke-Band Matatu ist da. Mach einfach deinen Kopf leer und lass die Musik rein. Eine gute Band hat es verdient, ihre Arbeit in den Händen zu halten. Und das ist uns wichtig. Deshalb haben wir die Musik auf Vinyl's gepresst und in Sleeves gepackt. Dann ist das Artwork auch schön groß zu sehen. Das Auge isst nämlich mit – ganz besonders bei großartiger Musik.

Idee und Gestaltung
Thorsten Mozer, Daniel Kovacs, Christoph Schütz

EL TATUAJE

Wenn dich jemand fragt, ob du ihm ein Tattoo malen kannst, sagst du auf jeden Fall: Ja! "Irgend sowas mit diesem mexikanischen Tod. Bitte. Das gefällt mir irgendwie."

Ja, mir auch. Aber das mit dem Goldzahn, das war meine Idee.

WAS HIER STEHT, IST WAHR

Wer macht denn so etwas? Wer kommt auf die Idee, fehlerhafte oder manipulierte Informationen und Inhalte absichtlich zu verbreiten?

Das Zwischennutzungsprojekt Creau Wien war Tatort der Darbietung „Herbert Schilling – Performance“ für die Herbert Schilling im September 2016 engagiert wurde. Jeden Tag stellte sich Schilling, eingerollt in einen Teppich, für vier Stunden in die ausrangierten Pferdestallungen im Wiener Prater. Herbert Schilling war zum Zeitpunkt der Ausstellung 53 Jahre alt und langzeitarbeitslos – er meldete sich freiwillig auf eine Zeitungsanzeige, die Statisten für eine Kunstperformance suchte. Die Auswahl fiel leicht. Und so begann am 16. September 2016 seine legendäre, siebentägige Performance. Jedenfalls behaupte ich das. In Wahrheit ist das eine dieser Falschmeldungen. Als Künstler stelle ich die Wahrnehmung der Besucher auf die Probe, indem ich die Werkzeuge heutiger Kommunikation nutze. Wieder einmal bestätigt sich: Viel zu häufig nehmen wir Behauptungen als wahre Informationen hin, ohne sie zu hinterfragen. Was passiert, wenn die Gesellschaft selbst offensichtliche Falschmeldungen nicht mehr als solche erkennt und die Wahrheit so zwischen „alternativen“ und echten Tatsachen verloren geht? Manipulative Botschaften werden als Informationen getarnt, um Betrachter zu täuschen, ihre Aufmerksamkeit zu erregen und Emotionen hervorzurufen. Diese Methoden werden oft genutzt, um die Öffentlichkeit für bestimmte kommerzielle Ziele zu manipulieren. Es ist sehr einfach, Scheinwahrheiten zu verbreiten oder solche, die vielleicht nicht komplett falsch, aber verdreht und aus dem Zusammenhang gerissen sind. Und dann gibt es noch diejenigen Lügen, die so offensichtlich sind, dass man sie nicht mehr als Lüge zu erkennen wagt.

FESTE FARBEN

Wenn man ein Album produziert, dann muss alles passen. Für die Wiener Indie-Rock Band Filou hat alles gepasst. Und das sieht man auch.

mit Christoph Schütz

© Produktfotos by Bernadette Baumann

SCHIELE PORTRAITS

Schielen gehört zu den Expressionisten. Als Expressionismus bezeichnet man die künstlerische Bewegung, die im frühen 20.Jhdt. vor allem in Deutschland auftrat. Der Expressionismus war nie bloß ein reiner Kunststil, sondern das neue Lebensgefühl einer aufbegehrenden Jugend. Man lehnte grundsätzlich die Akademie ab. Und plötzlich schauen einen alle an.

PATCHES

Wenn man was geiles macht, muss man das feiern. Am besten macht man das mit Aufnähern. Alles wird zum krönenden Abschluss auch noch mit einem Patch gebührend gefeiert. So wie eine Apollo-Mission. Nur halt zuhause.

DAS ANALOGE OPEN SOURCE-LOGO

Open Source bezeichnet Software, deren Quelltext von jedem verändert werden kann. Das muss auch mit einem Logo gehen. Geht auch! Jeder hat die Möglichkeit, den Leerraum zwischen den Klammern individuell zu füllen. Jeder kann diesen Raum mit seinen eigenen Ideen weiter entwickeln.

LOGO COLLECTION

Grobian Wien
Steiermark am Sattel (Concept)
Open Minds
BTA - Messe Reed (Concept)
Salon Identum (Concept)